Sa 17.03.18, 20.00: Nacht der Experimente – mit Yegor Zabelov (Akkordeon / Belarus) +++ DJs Levent Pinarci + Dankushen + Ricard Robert + Molekühl — Visuals: Carmen Stüssi

Und wieder eine Nacht der Experimente: Am Samstag besucht uns Yegor Zabelov, der wohl innovativste weissrussische Akkordeon-Spieler, Komponist und Autor von Film- und Theatermusik. Es liegt darum nahe, eine Zürcher Experimental-Filmfrau miteinzuladen: Carmen Stüssi. Ihre düsteren und poetischen Visuals begleiten das wehmütige und romantische Set Zabelovs (und nachher unsere DJs); der schwarze Zürcher Mond trifft auf die grosse östliche Seele. Vorgängig liesst Jolanda Piniel aus ihrem Werk kurze skurile Texte zum lachen, nachdenken und staunen.

Durch die Nacht begleiten uns vier ganz unterschiedliche DJs, die beweisen, dass „experimentell“ erst mal nichts anderes heisst als intelligent, inspiriert, grenzenlos und innovativ: Die DJs Levent Pinarci (Minimal), Dankushen (Dark Elektro), Ricard Robert (Industrial) und Molekühl (Dark Ambient) entführen uns in eine dunkle, fremde und verzauberte Welt.

Happy Geburi Jolanda, Eva und Vesna!!

 

Frauentag und Baboon am Sonntag (11.03., 20.00)

Heute feiern wir unsere Frauen!!

Vor und hinter der Bar
An den Elektroinstallationen
An den Plattentellern
Auf der Bühne
Auf der Baustelle
Beim Aufbau
Beim Baggern
Am Modell
Bei der Performance
In der Wissenschaft
Am Mischpult

WAS WÄRE DIE WUNDERKAMMER OHNE UNS?!
Ganz herzliche Gratulation allen Frauen dieser Welt zum Frauentag!!

Eine ganz besondere Frau, Liedermacherin und Sängerin steht am Sonntag in der Wunderkammer auf der Bühne: Baboon. Inspiriert von Ksens Ophelia auf dem Container hat die Zürcherin ein spezielles Set zusammengestellt: Mit eigenen und fremden Liedern führt sie uns durch die politischen Machenschaften Hamlets, gespickt mit feministischen Analysen und poetischen Gedanken, bis zum Tode Ophelias, die schlussendlich an der Männerwelt zugrunde geht. So traurig Baboons Set ist, so wunderschön ist es auch. Also kommen und geniessen!

Mi 07.03., 14.00: Parkbaunachmittag im Zauberwald

Erstmals dieses Jahr gestalten wir den Zauberwald, unseren naturnahen Park in der Wunderkammer. Und zwar pflanzen wir Weidenstecklinge, die mit dem beginnenden Frühling auch schon bald ausschlagen werden. Vorgängig zeigt die Jugendarbeit der evangelischen Kirche Opfikon einen Film zum Thema Klimawandel und Aufforstung in Afrika und nach der Pflanzaktion spendet die evangelische Kirche Opfikon einen feinen Zvieri.

Der Parkbaunachmittag nächsten Mittwoch wird der Auftakt zu unserer Serie, in der wir den Zauberwald zum Park entwickeln. Der Parkbaunachmittag ist v.a. für junge Menschen gedacht; es sind aber natürlich alle Altersstufen wie auch neue Parkprojekte herzlich willkommen.

14:00  Treffen direkt beim gelben Container (bei der Tramstation Glattpark)
16.00  Zvieri und Ende

Bitte dem Wetter angepasste, allenfalls warme Kleidung und Schuhe anziehen, die auch dreckig werden dürfen.

Und hier noch ein paar Impressionen vom wie immer unglaublich tollen Stereoskop letzten Samstag:

 

Sa 03.03., 17.00: Stereoskop V zum Thema „Petite Bourgeoisie“

Endlich kommt das nächste Stereoskop-Festival in die Wunderkammer! Und rechtzeitig zur lokalen Klimaerwärmung. Diesmal unter dem spannenden Titel „Petite Bourgeoisie“ – also Kontext-adäquat und aktuell.

✖ Petite Bourgeoisie ✖

KünstlerInnen:
Lika Nüssli
Ivy Monteiro
Benjamin Heller
Anne-Lise Tacheron
Riccarda Naef & Klarissa Flückiger
Frank and the Junkyards aka Nicola Genovese
Loreno Schaufelberger
Luca Büchler
Erika Sieber
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Das Kurator/innen-Team (Wassili Widmer / Martina Morger) beschreibt das Thema so:

Das Thema „Petite Bourgeoisie“ beisst sich ganz wunderbar auf vielen Ebenen mit der Performance-Kunst. Wir freuen uns auf künstlerische und auch politische Auseinandersetzungen mit dem cüpli-saufenden, gehobenen Mittelstand. Zudem legen wir euch den Film „Le charme discret de la bourgeoisie“ (1972) von Luis Buñuel ans Herz.

Der Begriff „Bourgeoisie“ wurde massgeblich von Karl Marx geprägt, welcher darin den modernen Kapitalismus festmachte. Finanziell und gesellschaftlich klar über dem Proletariat angesiedelt ist für die Bourgeoisie vor allem prägend, dass zugunsten des finanziellen Erfolgs sämtliche moralischen, wie auch ethischen Grundsätze übergangen werden. Wie im filmischen Werk von Luis Buñuel wunderbar zu sehen ist, bleibt die wohl grösste Sorge, ob man nun einen trockenen Martini, Whiskey, Portwein oder doch nur Wasser serviert bekommt.

Von ihrem Ursprung bei den mittelalterlichen Pfahlbürger*Innen, bis zur populärsten Zeit des Begriffs im 19. Jahrhundert schwirrt der Begriff „Petite Bourgeoisie“ heutzutage noch im Sprachgebrauch herum, wenn auch in leicht veralteter Konnotation.

Angekommen in Zeitalter des alles verschlingenden Neo-Liberalismus sind wir gezwungenermassen wohl fast alle ein bisschen „Petite Bourgeoisie“. Der wohl kritischste Punkt ist jedoch ihr chauvinistisches Verhalten. Dieses geht einher mit dem kapitalistischen Gedanken und legitimiert arrogantes Verhalten durch finanziellen Erfolg. Dieses Verhalten findet sich auch in unserer heutigen, westlichen Gesellschaft mehr als genug. Im schweizerischen Bürgertum wird das „Funktionieren“ (z.B. in Form einer festen Tätigkeit) gerne als Ausrede genutzt, sich kritischen Themen unserer Zeit zu entziehen. Kommt dies nicht schon chauvinistischem Verhalten gleich? Ist dies schlussendlich die aktuelle Form der „Petite Bourgeoisie“? Wie gilt es damit umzugehen?

Wir von Stereoskop bitten unsere Besucher*Innen, Beobachter*Innen und Künstler*Innen den Begriff „Petite Bourgeoisie“ gemeinsam performativ zu untersuchen und verstehen. Wir freuen uns auf euch!

Zudem werden wir natürlich Prosecco ausschenken und ganz im Sinne der „Petite Bourgeoisie“ anstossen.