Es hat wahnsinnig weh getan, die Geschichte der Pavillon-Zerstörung für den Master Dialog „Sichtbarkeit partizipativer Projekte“ aufzuarbeiten. Nach Wochen unbeschreiblicher Aggression und Trauer hab ich dennoch für den Workshop der Hochschule Luzern die ganzen Hintergründe – Konzepte, e-mails, Medien, Dokumentation etc. – zu einer Präsentation verarbeitet. In 13 Minuten erfährst du also alles über die Unsichtbarmachung von Autorschaft, Wertschöpfung, Investitionen und Werk der Wunderkammer: https://youtu.be/MH0RAHgl_FI Pavillon Crowdfunding Film 2018: https://youtu.be/aGSz7upyWYI
Donnerstag im wörtlichen Morgengrauen: Der Pavillon ist zerstört. Dies nachdem das Finanzdepartement Zürich (Liegenschaftenverwaltung) am Montag Christian vom Grubenacker nebenan eine Antwort auf den Offenen Brief geschickt hatte. Dann ging alles schnell: Am Mittwoch kamen die Holzbauer und schnitten unser Baby mit Kettensägen auseinander.
Nein, die Verantwortlichen haben keinen Plan, was hier geschehen soll – Abbruch auf Vorrat. Und nein: Wir wurden nicht informiert, wann der schreckliche Moment stattfinden soll – ist ja einfacher, wenn die elenden Erbauer/innen nicht zugegen sind. Unser eigenes Material verschenkte die Raumbörse grosszügig an andere und schloss sich auch – schwupps – an unsere Strominfrastruktur an. Die Wunderkammer ist ja bekanntlich für die Stadt Zürich ein Selbstbedienungsladen, also solange es um unsere Werte, Leistungen und Werke geht.
Und hier für die Heimweh-Wunderkammerianer/innen ein paar Bilder vom Aufbau des Pavillons:
Bottom line: – Urban Husi von der Jungen SVP Opfikon hat nach eigener Aussage offenbar nichts mit dem Rückbau des Pavillons zu tun. Mit dem Lostreten seiner Kampagne nach dem Richten des Pavillons wohl auch nicht. – Die Raumbörse meint, sie habe eine „breite Trägerschaft“ aufgebaut (die gut bezahlten Sozis der Soziokultur Opfikon und Zürich) und Beteiligung ermöglicht – Die Raumbörse meint, sie informiere transparent (damit meinte ich nun nicht einen Austausch…) – Die Stadt habe nun sechs Monate Zeit, eine Antwort zur Petition zu geben; den Rückbau haben sie auf Ende Monat geplant. – Die Raumbörse versichert auch, dass sie mit den laufenden Vorbereitungen für den Abbruch dem politischen Prozess nicht vorgreifen wollen
Eine wirklich peinliche Tragikomödie mit verheerenden Folgen.
Vorausgehend hatte die medieneigene Petitionsplattform petitio.ch die Petition für den Erhalt des Pavillons an das Präsidialdepartement von Corine Mauch geschickt. In der Stadtratssitzung vom 30.09.2020 wurde deren Beantwortung ans Finanzdepartement delegiert, dem die Liegenschaftenverwaltung angegliedert ist. Der offene Brief an die Stadtpräsidentin und oberste Kulturchefin ging am 02.10.2020 an Corine Mauch. Eine Antwort ist ausstehend, doch wird sich Frau Mauch wohl nicht vor dem Finanzdepartement zum Pavillon äussern. Das kann dauern…
Was für ein schönes Festival! Was für schöne Momente, gute Musik, starke und reflektierte Lesungen. Überhaupt der Austausch während dem Festival. Wow.
help.ch hat einen eigenen Zusammenschnitt von einigen Veranstaltungen gemacht – herzlichen Dank an Debi! https://youtu.be/kSYeYe339oQ
Und hier eine „Auswahl“ aus meinen über 2’000 Fötis vom Festival – auch dies nur Impressionen und keine ausgewogene Berichterstattung 😉 Aber vielleicht machen ja die anderen Veranstalter/innen ihre eigene best of – dann liefere ich natürlich nach 😉